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Mittwoch, 27. Juli 2016

George R. R. Martin - Die Saat des goldenen Löwen

Klappentext

Bürgerkrieg zerreißt das Reich Westeros, und der junge grausame König Joffrey Baratheon hält die Schwestern Sansa und Arya Stark als Geiseln, um ihren Bruder zur Treue zu zwingen. Während die ältere Sansa versuchen will, das beste aus der Situation zu machen, entscheidet sich Arya zur Flucht. Doch der Weg zu ihrer sicheren Heimat in Winterfell ist lang, und die verschiedenen Parteien, die im Bürgerkrieg aufeinanderprallen, sind nicht die einzige Gefahr für das junge Mädchen …


Meine Meinung

Gehen wir ohne Umschweite weiter zu Teil 4. Wobei mir grad auffällt: Ich übernehme den Klappentext in der Regel von Amazon, aber dieser hier ist sehr irreführend, da Arya nie Joffreys Geisel war.

Da wir schon bei Arya sind, fangen wir bei dieser an: Sie wurde mit ihren Gefährten von Gregor Clegane gefangen genommen und muss nun in der riesigen Burg Harrenhal arbeiten. Dies finde ich faszinierend zu lesen, da es sehr gut den Ablauf in einer mittelalterlichen Burg beschreibt. Eine wichtige Rolle spielt Jaqen H'ghar, der für Arya zwei Männer tötet und ihr zum Abschied eine Münze und zwei Worte schenkt: Valar Morghulis. Diese werden für Arya später noch sehr wichtig werden, die am Ende dieses Bandes aus Harrenhal fliehen kann, begleitet von Gendry, dem wohl ältesten Bastard von König Robert (daher vermute ich, das dieser früher oder später im Spiel der Throne eine wichtige Rolle übernehmen wird).

Zwischen den Brüdern Stannis und Renly eskaliert die Situation, nachdem einige Verhandlungen scheitern. Renly wird von einem geheimnisvollen Schatten getötet, im Beisein von Catelyn Stark und Brienne, die anschließend gemeinsam fliehen. Es tut mir leid, aber mit Catelyn kann ich einfach nichts anfangen. Allein schon ihre Reaktion auf die nicht so hübsche, aber sehr liebenswerte Brienne ("Es gibt wohl nichts Bedauernswerteres als eine hässliche Frau") bringt mich zur Weißglut. Brienne dagegen finde ich einfach toll, eine der wenigen wirklich starken Frauen im Lied.

Der erwähnte geheimnisvolle Schatten ist das Werk von Melisandre, einer roten Priesterin auf der Seite von Stannis. Über deren Religion hätte ich gern mehr erfahren, aber momentan weiß ich nur, das es sie gibt und das ihre Priester wohl magische Fähigkeiten haben.

Stannis selbst zieht weiter nach Königsmund, wo Tyrion seine Intrigen weiterführt und die Verteidigung der Stadt organisiert. Es kommt zu einer großen Schlacht, die wirklich ausgezeichnet beschrieben und sehr spannend ist. Für mich der Höhepunkt in diesem Band.

Derweil kreuzen sich Theons und Brans Wege. Theon will sich an den Starks für seine jahrelange Geiselhaft rächen und erobert Winterfell. Doch Bran kann mit seinem jüngeren Bruder Rickon und einigen Gefährten flüchten. Theon kann sich nicht lange an seinem Sieg erfreuen, da die Burg am Ende des Buches erneut gekapert wird - diesmal von Ramsay Schnee, dem Bastard von Bolton Roose.

Sansa begeistert mich auch diesmal nicht sonderlich. Doch ihre Kapitel werden für mich durch Sandor Clegane gerettet. Dieser ist ein sehr undurchschaubarer Charakter, den man nicht einfach so in eine Gut oder Böse Kategorie einordnen kann. Sowas mag ich - und das verschafft Sandor einen Platz unter meinen Lieblingspersonen.

Jon zieht inzwischen mit Qhorin Halbhand weiter in den Norden. Dabei macht er die Bekanntschaft von Ygritte, einer Wildlingsfrau, die er zuerst gefangen nimmt und dann doch wieder laufen lässt, da er sie nicht töten kann. Anschließend geraten Jon und Qhorin in eine auswegslose Situation und Jon sieht sich gezwungen, sich unter den Wildlingen einzuschleichen und sie auszuspionieren, dabei trifft er Ygritte wieder. Weiterhin mein Lieblings-Handlungsstrang.

In Quarth sucht Daenerys das Haus der Unsterblichen auf und erlebt dort einige Visionen. Ich denke, das ist eines der wichtigsten Kapitel im ganzen Lied und man könnte viele Seiten mit der Interpration und der Deutung der Visionen füllen. Das mache ich jetzt nicht... aber ich habe schon entschieden, das ich nach der Rezension von Band 10 wohl meine eigenen Gedanken zur Zukunft des Liedes niederschreiben werde. Auf jeden Fall ist dieses Kapitel sehr gut und spannend geschrieben.


Fazit: Ich muss es noch einmal sagen, ich liebe einfach die Beschreibung der Schlacht um Königsmund. Vor allem, da wir von den bisherigen Schlachten (die vor allem von Robb Stark geführt wurden) nicht viel gesehen haben. Ein weiterer Höhepunkt sind natürlich die Visionen im Haus der Unsterblichen. Allein schon der Satz "Er ist der Prinz der verheißen wurde, und sein ist das Lied von Eis und Feuer." führt zu Gänsehaut. Ich denke, das jede der Visionen auf die eine oder andere Weise erfüllt werden wird.

George R. R. Martin - Der Thron der sieben Königreiche

Klappentext

Nach dem Tod seines Vaters ist es an dem erst fünfzehnjährigen Robb Stark, die Herrschaft über Winterfell und damit über den ganzen Norden von Westeros anzutreten. Robb kämpft noch um die Anerkennung und den Respekt seiner Untertanen, da bricht im Reich ein Bürgerkrieg aus. Für Robb stellt sich allerdings kaum die Frage, auf welcher Seite er kämpfen wird, denn der junge König Joffrey Baratheon hält seine Schwestern als Geisel. Und während das Reich zerbricht, wächst im eisigen Norden eine viel größere Gefahr heran …


Meine Meinung

Tja, da hab ich in den letzten 11 Tagen tatsächlich nur 2 Bücher geschafft. Leider... Die Hitze in letzter Zeit führt dazu, dass ich generell nicht viel geschafft habe. Aber ich schreibe diesen Blog ja, weil es mir Spaß macht und nicht, weil ich unbedingt Unmengen von Büchern lesen will. Ich lese, weil es mein Hobby ist und ich möchte mich nicht dazu zwingen.

Genug geschwafelt, kommen wir nun zum 3. Teil des Liedes. Zu den bereits bekannten Hauptcharakteren kommen zwei neue dazu: Theon Graufreud und Davos Seewert. Ersterer war jahrelang als Geisel in Winterfell und ist mit den Stark-Kindern aufgewachsen, besonders mit Robb Stark, der sich nach dem Mord an seinem Vater zum König des Nordens ausgerufen hat. Er schickt Theon als Bote zu seinem Vater Balon Graufreud, doch dieser spielt sein eigenes Spiel der Throne.

Ich finde Theon als Charakter sehr interessiert und habe die Kapitel aus seiner Sicht sehr gerne gelesen. Klar, er ist alles andere als ein Held und handelt einzig zu seinem eigenen Vorteil... doch sind mir solche Personen bei weitem lieber als die lupenreinen Guten ohne Fehl und Tadel.

Davos Seewert dagegen konnte mich nicht begeistern. Dieser ist ein Ritter im Dienst von Stannis Baratheon, dem älteren Bruder des verstorbenen Königs Robert. Doch obwohl ich Stannis ganz gut leiden kann und ihn auch für den besten Anwärter auf den Thron von Westeros halte... Davos ist für mich einfach nur langweilig und ich muss mich durch seine Kapitel durchquälen.

Catelyn ist ebenfalls als Botin für ihren Sohn Robb unterwegs - zu Renly, dem jüngeren Baratheon. Hier passiert nicht allzuviel, aber dafür lernen wir Brienne kennen, die später noch sehr wichtig werden wird und meiner Meinung eine sehr sympathische Person ist, mit der man richtig mitleiden kann.

Bei dem mittlerweile querschnittgelähmten Brandon Stark fand ich vor allem die neu eingeführten Charaktere Jojen und Meera Reet interessant. Zudem ist Bran bislang die einzige gelähmte Person, die ich je in einem Fantasy-Buch erlebt habe und ich finde es gut, das darauf auch eingegangen wird und wir Brans Kummer und seine Zweifel miterleben, aber auch seine merkwürdigen Träume... die wohl später noch eine sehr große Rolle spielen werden.

Durch Aryas Augen erleben wir vor allem den vollen Ausbruch und die Brutalität des Krieges. Dieses ist sehr bedrückend zu lesen, aber auch sehr realistisch. Sansa dagegen leidet weiter unter Joffreys Launen. Sie ist für mich nach wie vor eine der Charaktere, die ich am wenigsten leiden kann, da sie einfach zu passiv ist und nur stumm vor sich hinleidet.

Tyrion dagegen fährt zur vollen Aktivität auf. Als Joffreys Hand übernimmt er die Staatsgeschäfte und hat mit vielen Rittern und Fürsten zu tun. Auch wenn ich meine Probleme mit Tyrion habe... Die Intrigen und Mauscheleien sind ein wichtiger und großer Teil des Liedes und ich mag es eigentlich auch recht gern.

Jon Schnee, mein Lieblingscharakter, zieht in der Zwischenzeit mit den Männern der Nachtwache in den Norden, um Manke Ryder, den selbsternannten König jenseits der Mauer, zu finden und zu richten. Ich fand es sehr schön, die Welt im Norden besser kennen zu lernen, auch wenn wir nichts neues über die Anderen erfahren.

Daenerys formiert sich nach dem Tod ihres Mannes und der Geburt ihrer drei Drachen neu und zieht mit ihren verbliebenen Leuten durch die Wüste. In einer verlassenen Stadt finden sie Nahrung und Zuflucht, bis sie schließlich zur Stadt Quarth weiterziehen. Es passiert nicht allzuviel in diesem Teil, aber die Drachen finde ich recht niedlich... auch wenn sie es wohl nicht bleiben.


Fazit: Auch Teil 3 hat seine Stärken und führt dazu, das ich die Fantasy-Saga liebend gern weiterlese. Theon als neuen Charakter finde ich sehr gut. Ich bedauere es allerdings sehr, dass Robb Stark nicht zum erzählenden Hauptcharakter wird, grad seine Gedankenwelt hätte mich sehr interessiert. Das gleiche gilt für Stannis, seine Handlung nur durch Davos Augen zu erleben, reicht mir irgendwie nicht.

Sonntag, 10. Juli 2016

George R. R. Martin - Das Erbe von Winterfell

Klappentext

Eddard Stark, der Lord von Winterfell, ist dem Ruf seines Königs und alten Freundes Robert Baratheon gefolgt und hat seine kalte Heimat im hohen Norden verlassen, um als Hand – als Roberts Berater und Stellvertreter – zu dienen. Eddard ist ein geradliniger, tapferer und aufrechter Mann, der sich jeder Gefahr mit dem Schwert entgegenstellen würde – doch die Ränke der Mächtigen bei Hof sind nichts, was man mit einem Schwert bekämpfen kann. Auch dann nicht, wenn man die Hand des Königs ist ...


Meine Meinung

Und es folgt Teil 2. Ich lese leider noch immer nicht so schnell, wie ich gern möchte... Aber ich hoffe, ich kann wenigstens diese Reihe bis zum Ende des Monats abschließen.

In diesem Band steuert alles auf den großen Krieg um den Thron von Westeros zu. König Robert stirbt und nachdem Eddard das Geheimnis um dessen Kinder aufgeklärt hat, gibt es mehrere Anwärter auf seine Nachfolge. Und auch auf der Mauer und bei Daenerys spitzt sich die Lage weiter zu.

Auch dieser Band hat mir wieder sehr gut gefallen. Die Hauptcharaktere, aus deren Sicht erzählt wird, bleiben die gleichen. Hauptsächlich Starks und Daenerys und Tyrion. Nachdem man im ersten Band die Charaktere und die Welt kennen gelernt hat, kann man sich nun ganz auf die Handlung konzentrieren. Und diese ist sehr spannend.

Bei Daenerys (ich werde mir diesen Namen nie merken, ich sehe jedes Mal nach, wie er geschrieben wird) passiert, abgesehen vom Ende, nicht allzuviel. Ein Anschlag auf ihr Leben (und das ihres ungeborenen Kindes) führt dazu, das ihr Ehemann Drogo den Thron von Westeros für sie erobern will. Doch zuerst ziehen sie mit seinem Khalasar mordend und schändend durch die Siedlungen der Lhazareen, die ein sehr friedliches Volk sind.

Das macht mir weder Drogo noch die Dothraki sonderlich sympathisch. Drogo erliegt schließlich einer Verletzung und das gemeinsame Kind wird scheinbar tot geboren. Daenerys muss ihren Mann begraben, doch bei dem Begräbnis passiert etwas Unglaubliches (aber das verrate ich jetzt noch nicht).

In Königsmund erfährt Eddard schließlich das Geheimnis, für das sein Vorgänger Jon Arryn gestorben ist. König Roberts drei Kinder sind nicht seine, sondern wurden von seiner Frau Cersei und deren eigenen Bruder Jaime im Inzest gezeugt. Doch noch bevor Eddard seinen Freund einweihen kann, stirbt dieser und der erstgeborene und höchst unsympathische Joffrey wird gekrönt.

Joffrey ist eindeutig einer der größten Hassfiguren im ganzen Lied und daran ändert sich nichts. Er verhält sich sehr eigensüchtig und hinterhältig und behandelt vor allem Sansa sehr schlecht. Man kann nicht anders, als Mitleid mit dem Volk von Westeros zu haben, das mit diesem König leben muss...

Für Eddard geht die ganze Sache bald sehr, sehr übel aus. Zuerst wird er des Hochverrats angeklagt. Nachdem Sansa um sein Leben bittet, soll er zuerst begnadigt und auf die Mauer geschickt werden, doch dank einer Laune von Joffrey verliert er nicht nur sprichwörtlich seinen Kopf. Das ist auch die größte Überraschung in diesem Band. Eddard war bisher einer der Hauptfiguren, durch und mit ihm haben wir Westeros kennen gelernt.

Doch die Geschichte geht weiter und vor allem durch seine Töchter Sansa und Arya erfahren wir, wie es in Königsmund weitergeht. Sansa wird am Hof festgehalten und muss mit Joffreys Launen leben. Arya kann entkommen und schlägt sich allein in Königsmund durch. Nachdem sie das Ende ihres Vaters miterlebt hat, wird sie von einem Anwerber der Nachtwache mitgenommen, der sie nach Winterfell bringen will. Um nicht entdeckt zu werden, muss sie sich als Junge ausgeben.

Die Handlung in Königsmund fand ich wie immer ausgezeichnet. Das Netz aus Intrigen und Verrat wird sehr gut erzählt. Wie schon beim ersten Teil erwähnt, fand ich das große Geheimnis um Joffrey und seine Geschwister sehr offensichtlich, also konnte mich die Auflösung auch nicht sonderlich überraschen. Eddards Tod war dagegen sehr überraschend und das wohl nicht nur für mich. Allerdings ist das Lied auch grad deswegen sehr bekannt, das Martin ab und zu seine eigenen Hauptcharaktere sterben lässt.

Nach Eddards Tod zieht sein ältester Sohn Rob in den Krieg gegen die Lennisters, die Familie von Königin Cersei und ihren Kindern. Bei ihm ist auch Catelyn, Eddards Frau. Auch jetzt ist sie mir sehr unsympathisch und ich kann ihre Entscheidungen nicht nachvollziehen. Statt nach Winterfell zu ihren jüngeren Söhnen zu gehen, die sie wohl dringender brauchen, bleibt sie bei der Armee.

Auch Tyrion zieht in den Krieg zu seinem Vater Tywin Lennister. In der ersten Schlacht macht er sich ganz gut und daraufhin schickt ihn Tywin nach Königsmund, um Joffrey im Zaum zu halten. Seinen Handlungsstrang fand ich weiterhin eher langweilig.

Bei der Nachtwache werden die Geschehnisse allmählich mysteriös. Einige Brüder verschwinden, darunter Jons Onkel. Es werden Leichen gefunden, die wieder zum Leben erwachen. Schließlich beschließt der Kommandant der Wache, die Dinge in die Hand zu nehmen und hinter die Mauer zu gehen, natürlich auch in Begleitung von Jon. Ich freue mich immer, ein Kapitel aus Jons Sicht zu lesen, er bleibt einfach einer der besten Charaktere für mich.


Fazit: Auch den zweiten Teil habe ich sehr genossen. Die Handlung ist sehr spannend und ich freue mich auf die nächsten Bücher. Allein Tyrions Teil interessiert mich nicht so sehr (ich kann auch ehrlich gesagt nicht verstehen, warum er sich so in Shae verliebt, da doch von Anfang an meiner Meinung nach sehr deutlich ersichtlich ist, das es ihr nur um Geld geht und nicht um Tyrion). Negativ empfand ich auch den Feldzug der Dothraki. Khal Drogos Tod tut mir nicht wirklich leid. Allerdings macht der Schluss das wieder gut und wieder neugierig auf Daenerys Teil der Geschichte. Sehr faszinierend finde ich auch weiterhin die Handlungen in Königsmund und an der Mauer.

Montag, 4. Juli 2016

George R. R. Martin - Die Herren von Winterfell

Klappentext

Eddard Stark, der Herr von Winterfell, wird an den Hof seines Königs gerufen, um diesem als Berater und Vertrauter zur Seite zu stehen. Doch Intriganten, Meuchler und skrupellose Adlige scharen sich um den Thron, deren Einflüsterungen der schwache König nichts entgegenzusetzen hat. Während Eddard sich von mächtigen Feinden umringt sieht, steht sein Sohn, der zukünftige Herrscher des Nordens, einer uralten finsteren Macht gegenüber. Die Zukunft des Reiches hängt von den Herren von Winterfell ab!


Meine Meinung

Kommen wir nun endlich zu Band 1 eines meiner absoluten Lieblingsreihen. Vorweg: Ich habe das Lied von Eis und Feuer schon einmal gelesen, doch ich wiederhole das immer wieder gerne.

Die Handlung dürfte soweit bekannt sein: In Westeros herrscht König Robert, doch als seine rechte Hand Jon Arryn stirbt, bittet er seinen alten Freund Eddard, genannt Ned, die Nachfolge anzutreten. Dieser trifft bald auf ein Netz von Geheimnissen und Intrigen. In weiteren Handlungssträngen lernen wir Eddards Familie kennen sowie Daenerys Targaryen, die Tochter des irren Königs Aerys, der von Robert gestürzt worden ist.

Die Geschichte wird immer abwechselnd aus der Sicht der verschiedenen Charaktere erzählt. Dieser Erzählstil gefällt mir sehr gut (ich mochte ihn schon bei anderen Büchern sehr gern, zum Beispiel bei "Beim Leben meiner Schwester" von Jodi Picoult). So kann man die Handlung stets aus verschiedenen Blickwinkeln erleben. Leider nimmt das in den späteren Büchern ein bißchen überhand, da die Menge der Personen und Handlungssträngen immer mehr steigt und man manchmal den Überblick verliert.

Doch hier ist das Ganze noch sehr überschaubar. Hauptcharaktere sind natürlich Eddard, seine Frau, seine Kinder, Daenerys Targaryen sowie Tyrion Lennister, der zwergwüchsige Sohn eines der mächtigsten Adligen von Westeros.

Schon das Anfangskapitel ist sehr faszinierend. Westeros ist ein Kontinent, auf dem Jahreszeiten mehrere Jahre dauern. Wir sind noch im Sommer, doch der gefürchtete harte Winter wirft seine Schatten voraus. Der Norden von Westeros wird durch eine riesige Mauer aus Eis versperrt (und von der Nachtwache beschützt, einer Gruppe von Männern, die aber leider immer weniger werden und sich daher immer schwerer tun, die ganze Mauer abzusichern), der die Bewohner vor den Anderen schützt. Diese haben einen kurzen gruseligen Auftritt, aber man erfährt noch nicht viel von ihnen, was sie nur noch geheimnisvoller macht.

Im weiteren Verlauf lernen wir Winterfell und seine Bewohner kennen, die Starks. Diese werden sehr genau charakterisiert. Der neugierige Bran, der leider bald einen Unfall erleidet, die naive Sansa, die unbändige Arya. Der Bastard Jon, der zur Nachtwache stößt. Und natürlich deren Eltern Eddard und Catelyn. Mit letzterer habe ich ein bißchen Probleme, da ich nicht nachvollziehen kann, wie sie Jon behandelt, der ja der uneheliche Sohn von Eddard ist. Ich kann verstehen, das man wütend ist, wenn der Ehemann einen betrügt, keine Frage... Aber nicht, wie man ein unschuldiges Kind dafür büßen lassen kann. Auch Sansa wirkt auf mich eher unsympathisch, da sie unglaublich naiv ist und ständig vor sich hinträumt. Die anderen Charaktere mochte ich dagegen sehr, vor allem Eddard.

Die weitere Handlung in Königsmund, dem Sitz von König Robert, fand ich ebenfalls sehr interessant. Vor allem die ständigen Intrigen und die sehr lebendige Beschreibung der mittelalterlichen Welt. Das große Geheimnis um Jon Arryns Tod, das Eddard aufzuklären versucht, ist meiner Meinung nach allerdings sehr offensichtlich und man möchte Eddard am liebsten stoßen, damit er die Wahrheit sieht, die doch direkt vor seinen Augen liegt.

Am faszinierendsten für mich ist aber die Geschichte der Nachtwache, die wir durch Jons Augen erleben. Was natürlich nicht zuletzt daran liegt, das Jon einer meiner Lieblingscharaktere ist. Das Geheimnis der Anderen ist sehr fesselnd und man möchte unbedingt mehr darüber erfahren. Tyrions Teil fand ich dagegen nicht so interessant. Ich weiß, das er für die meisten Leser einer der liebsten Charaktere ist, für mich... eher nicht. Ich finde ihn oft überheblich und manchmal einfach dumm (aber das werde ich später wohl genauer ausführen).

Bleibt noch der Handlungsstrang um Daenerys Targaryen, die zunächst zwangsverheiratet wird, sich aber scheinbar bald in ihren Ehemann Khal Drogo verliebt und ein Kind von ihm erwartet. Die Liebesgeschichte fand ich nicht sehr fesselnd (soviel liest man auch nicht davon). Aber es ist sehr schön zu lesen, wie die zunächst sehr stille und in sich gekehrte Daenerys immer mehr an Selbstbewusstsein gewinnt und wie ihre Persönlichkeit wächst.


Fazit: Ein sehr schöner Anfang von einer der besten Fantasy-Reihen, die ich kenne. Man lernt Westeros sehr umfassend kennen und kann sich richtig in dieser Welt verlieren. Durch die wechselnden Hauptpersonen wird einem auch nie langweilig. Ich freue mich auf jeden Fall auf die nächsten Teile.

Montag, 13. Juni 2016

George R. R. Martin - Der Heckenritter von Westeros

Klappentext

Ein Jahrhundert vor den Ereignissen in der Bestsellersaga »Das Lied von Eis und Feuer« nimmt ein Knappe namens Dunk das Schwert seines verstorbenen Herren an sich. Er will an einem Turnier teilnehmen, um selbst ein Ritter zu werden. Doch »Ser Duncan« hat noch viel zu lernen über die Welt der Edlen und Mächtigen. Beim Versuch, einen Platz im Turnier zu ergattern, macht er sich bald ebenso viele Feinde wie Freunde. Dunk ist ein fähiger Kämpfer mit einem starken Ehrempfinden. Doch wird das reichen, um ihn in den Augen der Welt als wahrer Ritter dastehen zu lassen? Oder ist er nur ein fehlgeleiteter junger Mann, der sich und andere in tödliche Gefahr bringt?


Meine Meinung

Laut Werbetext handelt es sich bei diesem Roman um die Vorgeschichte von "Das Lied von Eis und Feuer". Soweit würde ich nicht gehen. Die Handlung hat meiner Ansicht nach nichts mit dem Fantasy-Epos zu tun, es spielt nur zufällig in derselben Welt und es kommen auch bekannte Namen vor wie zum Beispiel die Targaryen. Das sollte man sich vor Augen halten, wenn man dieses Buch liest, sonst wird man vielleicht enttäuscht.

Ansonsten ist es jedoch empfehlenswert. Dunk ist ein sehr authentischer und sympathischer Hauptcharakter. Die Geschichte wird in drei Teilen erzählt. In "Der Heckenritter" erleben wir, wie Dunk nach dem Tod seines Herrn versucht, zurechtzukommen und sich als Ritter zu etablieren. Bald trifft er dabei auf einen Stalljungen namens Ei, den er als Knappen aufnimmt und mit dem es eine ganz besondere Bewandtnis hat, wie er später herausfindet. Sehr lebendig beschreibt Martin das folgende Turnier, bei dem wir viele bekannte Namen lesen: Tyrell, Baratheon und viele mehr. Bald findet Dunk auch seine Herzensdame, was ihn leider in eine Situation bringen wird, in der er um sein Leben kämpfen und Freunde finden muss, die ihm dabei helfen.

Im zweiten Teil "Das verschworene Schwert" sind Dunk und Ei in die Dienste eines Burgherren getreten, der Streit mit einer Nachbarin hat. Ein Heckenritter scheint nach meinem Empfinden so etwas wie ein Söldner zu sein, ein Ritter der herumreist und immer mal wieder verschiedenen Herren dient. Hier muss Dunk sich fragen, ob er auf der richtigen Seite steht, gut beschrieben dabei sein innerer Zwiespalt. Die Dame aus dem ersten Teil sieht er leider nicht mehr wieder, aber er findet bald die nächste begehrenswerte Lady. Das erscheint mir persönlich etwas zu sprunghaft, ich mag es nicht besonders, wenn Buchcharaktere ständig von einer Person zur anderen hüpfen, von denen jede als die einzig wahre Liebe beschrieben wird.

Der dritte Teil "Der geheimnisvolle Ritter" handelt von einem weiteren Turnier, bei dem ein Drachenei als großer Preis ausgeschrieben ist. Dieses Kapitel empfand ich im Gegensatz zu den beiden anderen als eher mühsam und unübersichtlich zu lesen, was vielleicht daran liegt, das hier die Menge der Charaktere ein bißchen überhand nimmt. Das ist allerdings auch ein generelles Problem von Westeros, mit dem ich teilweise auch im Lied von Eis und Feuer zu kämpfen hatte. Ich habe mir allerdings vorgenommen, das Kapitel später vielleicht noch mal zu lesen.


Fazit

Ein schönes lebendiges und buntes Fantasy Buch, das nicht nur für Westeros-Fans interessant ist. Wie immer weiß Martin seine Welt sehr gut zu beschreiben, nur die Menge an Namen ist manchmal etwas ermüdend. Dennoch meiner Ansicht nach alles andere als eine Vorgeschichte, sondern eine eigene sehr interessante Geschichte mit einem großartigen Protagonisten.