Klappentext
Menschen, die wirr vor sich hin murmeln. Die sich entblößen, Stimmen
hören: Die Psychiatriestation des Klinikums Salzburg-Nord ist auf
besonders schwere Fälle spezialisiert. Als einer der Ärzte ermordet in
einem Untersuchungsraum gefunden wird, muss die Ermittlerin Beatrice
Kaspary versuchen, Informationen aus den Patienten herauszulocken. Aus
traumatisierten Seelen, die in ihrer eigenen Welt leben. Und nach
eigenen Regeln spielen ...
Meine Meinung
Es folgt Teil drei der Kaspary und Wenninger Trilogie, wer hätte es gedacht... Wie beim zweiten Teil hat mir auch diesmal das Buch ganz gut gefallen, mich aber nicht so mitgerissen wie "Fünf".
Wie schon im Klappentext ersichtlich, spielt die Handlung in einer psychiatrischen Klinik. Ganz interessant, aber nichts neues. Sehr interessant und sehr gut beschrieben fand ich Jasmin und ihre Geschichte, eine der Patienten. Die anderen Patienten sind... na ja, Einheitsbrei. Einer, der Stimmen hört, eine Frau, die sich ständig auszieht und über Sex redet. Dergleichen findet man wohl in jedem Buch, das sich in einer ähnlichen Umgebung abspielt.
Der Mordfall war nicht sonderlich aufregend, die Auflösung habe ich schon vorher erahnt. Wobei es mich diesmal etwas aufgeregt hat, das es in den bisherigen drei Büchern immer nach demselben Schema abgelaufen ist. Beatrice ermittelt und findet auch immer quasi im Alleingang die Lösung, ihre Kollegen verkommen zu Statisten. Dann läuft sie sofort los, gerät in die Hände des jeweiligen Mörders, ist in Lebensgefahr und wird von Florin gerettet. Irgendwie finde ich das dumm und unrealistisch. Keine echte Polizistin würde allein zu einem vermeintlichen Mörder gehen.
Über Florin Wenninger erfahren wir auch diesmal nichts Neues. Allerdings haben die ständigen Andeutungen und zufällige Berührungen jetzt endlich ein Ende, da er und Beatrice in diesem Band ein Paar werden. Ewiger Nörgler, der ich bin: Die zugehörige und ausführlich beschriebene Sexszene finde ich fehl am Platz. Es gibt Bücher, wo so etwas hinpasst, in einen Krimi dieser Art eher nicht. Und es ist auch nicht das, was ich lesen will, wenn ich mir einen Krimi nehme.
Was das Buch für mich rettet, ist wieder Frau Poznanskis lockerer Schreibstil, der sich flüssig lesen lässt sowie ihre immer erkennbaren ausführlichen Recherchen, die sie einfließen lässt. Man erkennt einfach, das sie weiß, wovon sie schreibt.
Fazit: Ein solider, gut geschriebener Krimi, der sich schnell lesen lässt. Nicht allzu spannend, aber der Alltag in einer psychiatrischen Klinik ist sehr gut beschrieben.
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Freitag, 30. September 2016
Freitag, 23. September 2016
Ursula Poznanski - Blinde Vögel
Klappentext
Zwei Tote bei einem Salzburger Campingplatz. Sie stranguliert, er erschossen. Zwischen beiden scheint zu Lebzeiten keinerlei Verbindung bestanden zu haben. Oder täuscht der erste Blick?
Die Salzburger Ermittler Beatrice Kaspary und Florin Wenninger finden eine überraschende Gemeinsamkeit: Beide waren Mitglieder in einem Internetforum. Ein Forum für Dichtung. Harmloser geht es nicht.
Beatrice Kaspary folgt ihrem Instinkt und schleust sich als vorgebliche Lyrik-Liebhaberin in die Gruppe ein. Kurz darauf gibt es einen dritten Todesfall ...
Meine Meinung
Kommen wir nun ohne Umschweife zum zweiten Teil der Krimi-Reihe. Diesmal geht es um Facebook. Finde ich nicht ganz so originell wie die bisherigen Ideen, muss ich sagen.
Aber sonst kann das Buch durchaus wieder überzeugen. Man rätselt wieder mit Beatrice, durch deren Augen wir die Handlung erleben, wer der Mörder ist. Der Schreibstil ist wie gewohnt sehr gut, es lässt sich in einem Rutsch durchlesen. Und dennoch... ich fand es nicht ganz so spannend wie den ersten Teil, hatte manchmal das Gefühl, das die Handlung nur vor sich hinplätschert.
Was Florin Wenninger angeht... ich weiß es nicht. Ist er nur dafür da, in Beatrice romantische Gefühle zu wecken? Er scheint fast gar nichts zur Ermittlung beizutragen, ab und zu sagt er mal nen Satz oder tauscht bedeutungsvolle Blicke und Berührungen mit seiner Kollegin. Zu seinem Hintergrund erfährt man nach wie vor nichts. Ich weiß nach zwei Büchern nur, das er eine Fernbeziehung führt, eine sehr große und teure Wohnung hat und irgendwas gegen reiche Menschen hat. Für eine der zwei namensgebenden Charaktere der Reihe ist mir das viel zu wenig.
Dafür kann mich Beatrice wieder überzeugen. Ihre Gedanken- und Gefühlswelt ist sehr gut beschrieben. Überhaupt wird die Polizeiarbeit und die Recherchen in einem Mordfall ausgezeichnet dargestellt. Das die auch mal langweilig ist (siehe oben, von wegen dahinplätschernder Handlung) lässt sich wohl nicht vermeiden.
Der Mordfall und dessen Auflösung ist interessant, aber wie schon gesagt, nicht ganz so spannend und mitreißend wie im ersten Teil. Der Täter sowie dessen Motive zeichneten sich schon etwas in der Mitte des Buches ab, so das es mich nicht mehr überrascht hat.
Fazit: Ein wiederum schön geschriebenes Buch, das sich locker und schnell lesen lässt, aber nicht ganz so gut wie die bisherigen Bücher, die ich von Frau Poznanski gelesen habe.
Zwei Tote bei einem Salzburger Campingplatz. Sie stranguliert, er erschossen. Zwischen beiden scheint zu Lebzeiten keinerlei Verbindung bestanden zu haben. Oder täuscht der erste Blick?
Die Salzburger Ermittler Beatrice Kaspary und Florin Wenninger finden eine überraschende Gemeinsamkeit: Beide waren Mitglieder in einem Internetforum. Ein Forum für Dichtung. Harmloser geht es nicht.
Beatrice Kaspary folgt ihrem Instinkt und schleust sich als vorgebliche Lyrik-Liebhaberin in die Gruppe ein. Kurz darauf gibt es einen dritten Todesfall ...
Meine Meinung
Kommen wir nun ohne Umschweife zum zweiten Teil der Krimi-Reihe. Diesmal geht es um Facebook. Finde ich nicht ganz so originell wie die bisherigen Ideen, muss ich sagen.
Aber sonst kann das Buch durchaus wieder überzeugen. Man rätselt wieder mit Beatrice, durch deren Augen wir die Handlung erleben, wer der Mörder ist. Der Schreibstil ist wie gewohnt sehr gut, es lässt sich in einem Rutsch durchlesen. Und dennoch... ich fand es nicht ganz so spannend wie den ersten Teil, hatte manchmal das Gefühl, das die Handlung nur vor sich hinplätschert.
Was Florin Wenninger angeht... ich weiß es nicht. Ist er nur dafür da, in Beatrice romantische Gefühle zu wecken? Er scheint fast gar nichts zur Ermittlung beizutragen, ab und zu sagt er mal nen Satz oder tauscht bedeutungsvolle Blicke und Berührungen mit seiner Kollegin. Zu seinem Hintergrund erfährt man nach wie vor nichts. Ich weiß nach zwei Büchern nur, das er eine Fernbeziehung führt, eine sehr große und teure Wohnung hat und irgendwas gegen reiche Menschen hat. Für eine der zwei namensgebenden Charaktere der Reihe ist mir das viel zu wenig.
Dafür kann mich Beatrice wieder überzeugen. Ihre Gedanken- und Gefühlswelt ist sehr gut beschrieben. Überhaupt wird die Polizeiarbeit und die Recherchen in einem Mordfall ausgezeichnet dargestellt. Das die auch mal langweilig ist (siehe oben, von wegen dahinplätschernder Handlung) lässt sich wohl nicht vermeiden.
Der Mordfall und dessen Auflösung ist interessant, aber wie schon gesagt, nicht ganz so spannend und mitreißend wie im ersten Teil. Der Täter sowie dessen Motive zeichneten sich schon etwas in der Mitte des Buches ab, so das es mich nicht mehr überrascht hat.
Fazit: Ein wiederum schön geschriebenes Buch, das sich locker und schnell lesen lässt, aber nicht ganz so gut wie die bisherigen Bücher, die ich von Frau Poznanski gelesen habe.
Donnerstag, 22. September 2016
Ursula Poznanski - Fünf
Klappentext
Eine Frau liegt tot auf einer Kuhweide. Ermordet. Auf ihren Fußsohlen: eintätowierte Koordinaten. Sie führen zu einer Hand, in Plastikfolie eingeschweißt, und zu einem Rätsel, dessen Lösung wiederum zu einer Box mit einem weiteren abgetrennten Körperteil führt. Es ist ein blutiges Spiel, auf das sich das Salzburger Ermittlerduo Beatrice Kaspary und Florin Wenninger einlassen muss. Jeder Zeuge, den sie vernehmen, wird kurz darauf getötet, die Morde folgen immer schneller aufeinander. Den Ermittlern läuft die Zeit davon. Sie ahnen, dass erst die letzte Station der Jagd das entscheidende Puzzleteil zutage fördern wird ...
Meine Meinung
Das ist der erste Teil der Krimi Reihe um die Ermittler Kaspary und Wenninger (wie schon im Klappentext ersichtlich) und mein zweites Buch von Frau Poznanski. Gleich vorweg: Auch diesmal hat es mir sehr gut gefallen.
Wie schon bei Saeculum betreten wir auch bei diesem Buch eine ganz eigene und sehr gut recherchierte Welt: Geocachen. Die Grundidee finde ich sehr gut und auch mal was ganz Neues. Nach und nach lässt der Mörder den beiden Ermittlern ein Puzzleteil nach dem anderen zukommen. Und auch diesmal kann man sich als Leser der sich immer mehr aufbauenden Spannung nicht verschließen und fiebert mit, bis man in den letzten Kapiteln die Auflösung erfährt. Ich muss zugeben, auch diesmal hat mich die Autorin überrascht.
Zu den Charakteren: Es bleibt mir etwas verschlossen, warum sich die Reihe Kaspary & Wenninger nennt. Wir erleben die Handlung fast ausschließlich aus Beatrices Augen, Florin ist für mich eher eine Nebenfigur. Dafür ist Beatrice sehr gut beschrieben, eine Polizistin mit Ecken und Kanten, die alles andere als perfekt ist. Auch ihr Familienleben als geschiedene Frau mit zwei Kindern wird gut beleuchtet. Besonders gut fand ich, wie sich der Mordfall auch auf Beatrices Privatleben auswirkt. Wobei die Streits mit dem Exmann eher ermüdend sind.
Beatrices Beziehung zu ihrem Kollegen Wenninger ist für mich etwas undurchsichtig. Florin hat offensichtlich eine Freundin (wobei diese nur erwähnt wird), aber es ist zwischen den Zeilen ziemlich offensichtlich, das es zwischen den beiden Polizisten knistert. Nun gut, ich lese gerade den zweiten Teil der Reihe, ich bin gespannt, ob sich in dieser Richtung etwas ergibt. Und ob Florin Wenninger genauer beschrieben wird, wie gesagt, er bleibt für mich bisher ein sehr unbekannter Charakter.
Der Mordfall an sich ist sehr spannend und interessant zu lesen, vor allem durch die Thematik des Geocachens. Erst allmählich erschließen sich die Zusammenhänge und man kann bis zuletzt rätseln, wer der Mörder ist. Für mich sehr positiv, da ich viele Krimis gelesen habe, bei denen das schon sehr früh offensichtlich war und mir das den Spaß an den betreffenden Büchern nahm. Wie schon gesagt, die Lösung des Rätsels hat mich sehr überrascht.
Fazit: Wieder eine hundertprozentige Empfehlung. Besonders Geocacher dürften viel Spaß an dem Buch haben, aber es ist auch für alle anderen Krimifans sehr lesenswert.
Eine Frau liegt tot auf einer Kuhweide. Ermordet. Auf ihren Fußsohlen: eintätowierte Koordinaten. Sie führen zu einer Hand, in Plastikfolie eingeschweißt, und zu einem Rätsel, dessen Lösung wiederum zu einer Box mit einem weiteren abgetrennten Körperteil führt. Es ist ein blutiges Spiel, auf das sich das Salzburger Ermittlerduo Beatrice Kaspary und Florin Wenninger einlassen muss. Jeder Zeuge, den sie vernehmen, wird kurz darauf getötet, die Morde folgen immer schneller aufeinander. Den Ermittlern läuft die Zeit davon. Sie ahnen, dass erst die letzte Station der Jagd das entscheidende Puzzleteil zutage fördern wird ...
Meine Meinung
Das ist der erste Teil der Krimi Reihe um die Ermittler Kaspary und Wenninger (wie schon im Klappentext ersichtlich) und mein zweites Buch von Frau Poznanski. Gleich vorweg: Auch diesmal hat es mir sehr gut gefallen.
Wie schon bei Saeculum betreten wir auch bei diesem Buch eine ganz eigene und sehr gut recherchierte Welt: Geocachen. Die Grundidee finde ich sehr gut und auch mal was ganz Neues. Nach und nach lässt der Mörder den beiden Ermittlern ein Puzzleteil nach dem anderen zukommen. Und auch diesmal kann man sich als Leser der sich immer mehr aufbauenden Spannung nicht verschließen und fiebert mit, bis man in den letzten Kapiteln die Auflösung erfährt. Ich muss zugeben, auch diesmal hat mich die Autorin überrascht.
Zu den Charakteren: Es bleibt mir etwas verschlossen, warum sich die Reihe Kaspary & Wenninger nennt. Wir erleben die Handlung fast ausschließlich aus Beatrices Augen, Florin ist für mich eher eine Nebenfigur. Dafür ist Beatrice sehr gut beschrieben, eine Polizistin mit Ecken und Kanten, die alles andere als perfekt ist. Auch ihr Familienleben als geschiedene Frau mit zwei Kindern wird gut beleuchtet. Besonders gut fand ich, wie sich der Mordfall auch auf Beatrices Privatleben auswirkt. Wobei die Streits mit dem Exmann eher ermüdend sind.
Beatrices Beziehung zu ihrem Kollegen Wenninger ist für mich etwas undurchsichtig. Florin hat offensichtlich eine Freundin (wobei diese nur erwähnt wird), aber es ist zwischen den Zeilen ziemlich offensichtlich, das es zwischen den beiden Polizisten knistert. Nun gut, ich lese gerade den zweiten Teil der Reihe, ich bin gespannt, ob sich in dieser Richtung etwas ergibt. Und ob Florin Wenninger genauer beschrieben wird, wie gesagt, er bleibt für mich bisher ein sehr unbekannter Charakter.
Der Mordfall an sich ist sehr spannend und interessant zu lesen, vor allem durch die Thematik des Geocachens. Erst allmählich erschließen sich die Zusammenhänge und man kann bis zuletzt rätseln, wer der Mörder ist. Für mich sehr positiv, da ich viele Krimis gelesen habe, bei denen das schon sehr früh offensichtlich war und mir das den Spaß an den betreffenden Büchern nahm. Wie schon gesagt, die Lösung des Rätsels hat mich sehr überrascht.
Fazit: Wieder eine hundertprozentige Empfehlung. Besonders Geocacher dürften viel Spaß an dem Buch haben, aber es ist auch für alle anderen Krimifans sehr lesenswert.
Mittwoch, 21. September 2016
Ursula Poznanski - Saeculum
Öh ja... Was soll ich sagen. Es tut mir sehr leid, aber irgendwie ist das Bloggen in letzter Zeit etwas in den Hintergrund geraten. Aber ich werds nachholen. Ich habe natürlich viele Bücher gelesen in den letzten Wochen, werde aber erstmal die rezensieren, die ich gerade erst durch habe, da sie frischer in meinem Gedächtnis sind. Danach werde ich so nach und nach die Bücher nachholen, die in der Zwischenzeit gelesen hatte. Ich habe generell den Eindruck, das meine Leseflaute abgeklungen ist und es mir wieder mehr Spaß macht.
Klappentext
Fünf Tage im tiefsten Wald, die nächste Ortschaft kilometerweit entfernt, leben wie im Mittelalter - ohne Strom, ohne Handy -, normalerweise wäre das nichts für Bastian. Dass er dennoch mitmacht bei dieser Reise in die Vergangenheit, liegt einzig und allein an Sandra.
Als kurz vor der Abfahrt das Geheimnis um den Spielort gelüftet wird, fällt ein erster Schatten auf das Unternehmen: Das abgelegene Waldstück, in dem das Abenteuer stattfindet, soll verflucht sein.
Was zunächst niemand ernst nimmt, scheint sich jedoch zu bewahrheiten, denn aus dem harmlosen Live-Rollenspiel wird plötzlich ein tödlicher Wettlauf gegen die Zeit.
Meine Meinung
Kurz gesagt: Ein ganz tolles Buch, das ich nicht zum letzten Mal gelesen habe. Auch wenn ich noch nie selbst bei so einem Rollenspiel mitgemacht habe (und wohl auch nie werde, dazu fehlen mir hier die Gelegenheiten), interessiert es mich sehr und in diesem Buch bekommt man einen guten Einblick.
In den ersten Kapiteln starten wir auf einem Mittelaltermarkt, lernen Bastian kennen sowie einige andere Personen. Bastian wirkt von Anfang an sehr sympathisch, seine Beweggründe und sein Handeln sind authentisch und nachvollziehbar. Nach und nach kommen auch die anderen Spieler der Mittelaltergruppe Saeculum dazu. Und sehr schnell wird Bastian eingeladen, bei der nächsten Convention mitzumachen.
Diese findet in einem abgelegenen einsamen Wald statt, kein Mensch weit und breit. Die erste Unannehmlichkeit für unseren Hauptcharakter: Er muss die nächsten Tage ohne Brille auskommen, denn die gabs nicht im Mittelalter. Doch das ist nichts im Vergleich zu dem, was der Gruppe noch bevorsteht. Personen verschwinden, seltsame Geräusche in der Nacht, aufgeschüttete Gräber und ein Fluch, der alles überschattet und immer mehr der Mittelalterfans in seinen Bann zieht.
Der Schreibstil ist einfach fantastisch. Man merkt sehr deutlich, das Frau Poznanski sich in die Welt des Rollenspiels eingelesen hat und weiß, wovon sie schreibt. Ich war zu keinem Zeitpunkt gelangweilt. Man fühlt richtig mit den Personen mit und spürt die steigende Paranoia, wartet mit Spannung auf das Finale. Dieses ist auch wirklich überraschend. Ich will es natürlich nicht verraten, kann aber soviel sagen: Ich hätte nie damit gerechnet und das passiert eher selten, da ich auch bei den meisten Krimis immer ziemlich schnell den Täter erraten habe. Die Personen sind ohne Ausnahme sehr gut und authentisch beschrieben.
Fazit: Das war mein erstes Buch von Ursula Poznanski und es wird nicht das letzte sein. Ein lockerer Schreibstil, eine interessante Thematik, eine spannende Handlung und ein sympathischer Hauptcharakter. Was will man mehr?
Klappentext
Fünf Tage im tiefsten Wald, die nächste Ortschaft kilometerweit entfernt, leben wie im Mittelalter - ohne Strom, ohne Handy -, normalerweise wäre das nichts für Bastian. Dass er dennoch mitmacht bei dieser Reise in die Vergangenheit, liegt einzig und allein an Sandra.
Als kurz vor der Abfahrt das Geheimnis um den Spielort gelüftet wird, fällt ein erster Schatten auf das Unternehmen: Das abgelegene Waldstück, in dem das Abenteuer stattfindet, soll verflucht sein.
Was zunächst niemand ernst nimmt, scheint sich jedoch zu bewahrheiten, denn aus dem harmlosen Live-Rollenspiel wird plötzlich ein tödlicher Wettlauf gegen die Zeit.
Meine Meinung
Kurz gesagt: Ein ganz tolles Buch, das ich nicht zum letzten Mal gelesen habe. Auch wenn ich noch nie selbst bei so einem Rollenspiel mitgemacht habe (und wohl auch nie werde, dazu fehlen mir hier die Gelegenheiten), interessiert es mich sehr und in diesem Buch bekommt man einen guten Einblick.
In den ersten Kapiteln starten wir auf einem Mittelaltermarkt, lernen Bastian kennen sowie einige andere Personen. Bastian wirkt von Anfang an sehr sympathisch, seine Beweggründe und sein Handeln sind authentisch und nachvollziehbar. Nach und nach kommen auch die anderen Spieler der Mittelaltergruppe Saeculum dazu. Und sehr schnell wird Bastian eingeladen, bei der nächsten Convention mitzumachen.
Diese findet in einem abgelegenen einsamen Wald statt, kein Mensch weit und breit. Die erste Unannehmlichkeit für unseren Hauptcharakter: Er muss die nächsten Tage ohne Brille auskommen, denn die gabs nicht im Mittelalter. Doch das ist nichts im Vergleich zu dem, was der Gruppe noch bevorsteht. Personen verschwinden, seltsame Geräusche in der Nacht, aufgeschüttete Gräber und ein Fluch, der alles überschattet und immer mehr der Mittelalterfans in seinen Bann zieht.
Der Schreibstil ist einfach fantastisch. Man merkt sehr deutlich, das Frau Poznanski sich in die Welt des Rollenspiels eingelesen hat und weiß, wovon sie schreibt. Ich war zu keinem Zeitpunkt gelangweilt. Man fühlt richtig mit den Personen mit und spürt die steigende Paranoia, wartet mit Spannung auf das Finale. Dieses ist auch wirklich überraschend. Ich will es natürlich nicht verraten, kann aber soviel sagen: Ich hätte nie damit gerechnet und das passiert eher selten, da ich auch bei den meisten Krimis immer ziemlich schnell den Täter erraten habe. Die Personen sind ohne Ausnahme sehr gut und authentisch beschrieben.
Fazit: Das war mein erstes Buch von Ursula Poznanski und es wird nicht das letzte sein. Ein lockerer Schreibstil, eine interessante Thematik, eine spannende Handlung und ein sympathischer Hauptcharakter. Was will man mehr?
Samstag, 11. Juni 2016
Lesley Turney - Das Flüsterhaus
Klappentext
Annie sollte glücklich sein: zusammen mit ihrem Mann William, einem einflussreichen Polizeioffizier, und ihrer Tochter Elizabeth lebt sie ein beschauliches Leben. Aber dennoch - etwas fehlt. Als ihre Jugendliebe Tom aus dem Gefängnis entlassen wird und den Kontakt zu ihr sucht, weiß sie auch, was sie vermisst hat. Kopflos und voller neuer Lebenslust lässt sie sich auf ein Abenteuer ein - nicht ahnend, dass sie bald mit einem schweren Schicksalsschlag dafür bezahlen muss...
Meine Meinung
Dieses Buch würde ich als halb Liebesroman, halb Krimi einstufen, allerdings... gut gemeint, aber schlecht ausgeführt. Mein größtes Problem war, das mir Annie extrem unsympathisch war. Von Anfang an wirkt sie sehr unzufrieden und gelangweilt, sie mäkelt ständig an ihrem Ehemann herum, betont, wie sehr er sie vernachlässigt. Dieser wirkt, als wolle ihn die Autorin so unsympathisch wie nur irgendwie möglich beschreiben, vermutlich um Annie einen Freifahrtschein zum Ehebruch zu verschaffen. Denn zu diesem kommt es schnell.
Annies Jugendfreund Tom wurde wegen eines Mordes zu zehn Jahren verurteilt. Als er entlassen wird, kommt es schnell zu einem neuen Mord. Doch das scheint Annie nicht zu verunsichern, sie stürzt sich fast sofort in eine Affaire und glaubt Tom, der ihr immer wieder seine Unschuld beteuert.
Die Handlung plätschert dabei sehr belanglos vor sich hin. Wir erleben das Geschehen durch Annies Augen, die gefühlte 90 Prozent des Buches nur vor sich hin lamentiert, wie unglaublich unzufrieden sie mit ihrem Leben ist und wie wenig sie anscheinend ihren eigenen Ehemann leiden kann. Mir stellt sich vor allem eine Frage: Warum hat sie ihn dann geheiratet? Weil der Exfreund nicht mehr verfügbar ist (weil im Gefängnis), nimmt man doch nicht einfach den Erstbesten. Und das scheint William gewesen zu sein, der nach Toms Verurteilung sofort zur Stelle war.
Auch der Krimi-Teil ist sehr.... unspannend. Ja, es passiert ein Mord. Nach einiger Zeit passiert auch noch ein Mord. Aber diese scheinen nur nebenbei zu laufen, es wird kaum auf sie eingegangen. Natürlich wird Tom wieder verdächtigt, das ist auch das einzige, was man über weite Strecken über diesen Mord liest.
In einer Nebenhandlung lernt man auch Annies Familie kennen. Ihr Vater ist Bergarbeiter und nimmt während des Buches an einem großen Streik teil, wird sogar kurz verhaftet. Dieser Streik wäre an sich eine interessante Idee, da er auch William in seiner Position als Polizist beschäftigt, doch auch hier wird kaum darauf eingegangen. Ihre Mutter findet heraus, was ihre Tochter treibt und ist damit absolut nicht einverstanden (was ich auch nachvollziehen kann). Annies jüngerer Bruder ist ebenfalls im Bergwerk beschäftigt und erleidet nach einiger Zeit einen schweren Verkehrsunfall, der ihm einen Arm kostet und - wie sich herausstellt - an dem William in nicht sehr ehrenvoller Art und Weise beteiligt war. Annies Familie wirkt tatsächlich interesssanter als sie selbst, auch wenn man sie kaum kennen lernt.
Warum Annie bei zwei Männern (Tom und William) so begehrt ist, bleibt mir ein Rätsel. Auch wenn immer wieder mal beschrieben wird, wie schön sie ist: Ihr Charakter ist es nicht. Und Ehebruch kann ich in keinem Fall gutheißen. Meiner Ansicht nach hätte Annie sofort die Konsequenzen ziehen und sich von William trennen müssen.
Das Tom sich am Schluss als unschuldig erweist, hat mich kaum mehr überrascht. Der tatsächliche Mörder an sich schon, denn ich hatte mit William gerechnet, der seine Frau um jeden Preis behalten will. Wer es war, möchte ich jetzt natürlich nicht verraten, das müsst ihr selber lesen. Auch wenn ich dieses Buch leider nicht empfehlen kann. Die Charaktere sind fast durchgängig unsympathisch, allein Annies Tochter wirkt ein bißchen erfrischend. Die Handlung plätschert ohne Höhepunkt vor sich hin. Nicht einmal die Auflösung des Mordfalls treibt den Blutdruck sonderlich in die Höhe.
Annie sollte glücklich sein: zusammen mit ihrem Mann William, einem einflussreichen Polizeioffizier, und ihrer Tochter Elizabeth lebt sie ein beschauliches Leben. Aber dennoch - etwas fehlt. Als ihre Jugendliebe Tom aus dem Gefängnis entlassen wird und den Kontakt zu ihr sucht, weiß sie auch, was sie vermisst hat. Kopflos und voller neuer Lebenslust lässt sie sich auf ein Abenteuer ein - nicht ahnend, dass sie bald mit einem schweren Schicksalsschlag dafür bezahlen muss...
Meine Meinung
Dieses Buch würde ich als halb Liebesroman, halb Krimi einstufen, allerdings... gut gemeint, aber schlecht ausgeführt. Mein größtes Problem war, das mir Annie extrem unsympathisch war. Von Anfang an wirkt sie sehr unzufrieden und gelangweilt, sie mäkelt ständig an ihrem Ehemann herum, betont, wie sehr er sie vernachlässigt. Dieser wirkt, als wolle ihn die Autorin so unsympathisch wie nur irgendwie möglich beschreiben, vermutlich um Annie einen Freifahrtschein zum Ehebruch zu verschaffen. Denn zu diesem kommt es schnell.
Annies Jugendfreund Tom wurde wegen eines Mordes zu zehn Jahren verurteilt. Als er entlassen wird, kommt es schnell zu einem neuen Mord. Doch das scheint Annie nicht zu verunsichern, sie stürzt sich fast sofort in eine Affaire und glaubt Tom, der ihr immer wieder seine Unschuld beteuert.
Die Handlung plätschert dabei sehr belanglos vor sich hin. Wir erleben das Geschehen durch Annies Augen, die gefühlte 90 Prozent des Buches nur vor sich hin lamentiert, wie unglaublich unzufrieden sie mit ihrem Leben ist und wie wenig sie anscheinend ihren eigenen Ehemann leiden kann. Mir stellt sich vor allem eine Frage: Warum hat sie ihn dann geheiratet? Weil der Exfreund nicht mehr verfügbar ist (weil im Gefängnis), nimmt man doch nicht einfach den Erstbesten. Und das scheint William gewesen zu sein, der nach Toms Verurteilung sofort zur Stelle war.
Auch der Krimi-Teil ist sehr.... unspannend. Ja, es passiert ein Mord. Nach einiger Zeit passiert auch noch ein Mord. Aber diese scheinen nur nebenbei zu laufen, es wird kaum auf sie eingegangen. Natürlich wird Tom wieder verdächtigt, das ist auch das einzige, was man über weite Strecken über diesen Mord liest.
In einer Nebenhandlung lernt man auch Annies Familie kennen. Ihr Vater ist Bergarbeiter und nimmt während des Buches an einem großen Streik teil, wird sogar kurz verhaftet. Dieser Streik wäre an sich eine interessante Idee, da er auch William in seiner Position als Polizist beschäftigt, doch auch hier wird kaum darauf eingegangen. Ihre Mutter findet heraus, was ihre Tochter treibt und ist damit absolut nicht einverstanden (was ich auch nachvollziehen kann). Annies jüngerer Bruder ist ebenfalls im Bergwerk beschäftigt und erleidet nach einiger Zeit einen schweren Verkehrsunfall, der ihm einen Arm kostet und - wie sich herausstellt - an dem William in nicht sehr ehrenvoller Art und Weise beteiligt war. Annies Familie wirkt tatsächlich interesssanter als sie selbst, auch wenn man sie kaum kennen lernt.
Warum Annie bei zwei Männern (Tom und William) so begehrt ist, bleibt mir ein Rätsel. Auch wenn immer wieder mal beschrieben wird, wie schön sie ist: Ihr Charakter ist es nicht. Und Ehebruch kann ich in keinem Fall gutheißen. Meiner Ansicht nach hätte Annie sofort die Konsequenzen ziehen und sich von William trennen müssen.
Das Tom sich am Schluss als unschuldig erweist, hat mich kaum mehr überrascht. Der tatsächliche Mörder an sich schon, denn ich hatte mit William gerechnet, der seine Frau um jeden Preis behalten will. Wer es war, möchte ich jetzt natürlich nicht verraten, das müsst ihr selber lesen. Auch wenn ich dieses Buch leider nicht empfehlen kann. Die Charaktere sind fast durchgängig unsympathisch, allein Annies Tochter wirkt ein bißchen erfrischend. Die Handlung plätschert ohne Höhepunkt vor sich hin. Nicht einmal die Auflösung des Mordfalls treibt den Blutdruck sonderlich in die Höhe.
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