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Samstag, 16. Juli 2016

Lise Gast - Die schönsten Pferdegeschichten

Klappentext

Ob Anja, Petra oder Penny - in einem Punkt sind sich Lise Gasts Heldinnen einig: Alles Glück dieser Erde liegt für sie auf dem Rücken der Pferde! Und wer wüsste lebendiger von der Gemeinschaft zwischen Mensch und Pferd zu erzählen als Lise Gast? Ihre schönsten Pferderomane für Mädchen sind in diesem Band zusammengefasst.


Meine Meinung

Pferdebücher waren (abgesehen von den griechischen Sagen) mein Ein und Alles als junges Mädchen. Wie sicher Millionen von anderen Mädchen habe ich immer von Pferden geträumt und wollte unbedingt reiten. Das hat leider nie geklappt. Aber zumindest habe ich immer noch meine guten alten Pferdebücher und lese sie auch jetzt noch ab und zu.

Lise Gast war eine bekannte Autorin von Jugend- und halt auch Pferdegeschichten. In diesem Band sind drei ihrer Buchreihen vereint: Anja, Penny Wirbelwind und Reni.

In den sechs Geschichten über Anja und ihre beste Freundin Petra erleben wir, wie Anja die Pferde kennenlernt und ihr größter Wunsch, nämlich reiten zu lernen, schließlich in Erfüllung geht. In den letzten drei Bänden werden die Pferde gegen Ponys getauscht, als die Mädchen Stine und ihre Zucht kennenlernen.

Es folgen zwei Geschichten mit Penny Wirbelwind, die zuerst große Probleme mit ihrem Vater hat, der sie schlägt und sie immer wieder alleine zurück lässt, während er als Zauberkünstler auf Tournee geht. Penny findet aber eine beste Freundin, deren Tante sie schließlich für immer aufnimmt.

Und schließlich die letzten drei Bände, in denen es um Reni geht, die in einem Kinderheim aufwächst, da ihre Mutter viel arbeitet und kaum Zeit für sie hat. Natürlich gibts ein Happy End und alle werden glücklich im Kinderheim, Ponys inklusive.

Natürlich ist das Happyend in allen drei Reihen keine Überraschung, schließlich ist das ein Kinderbuch. Aber was mir vor allem an den Büchern von Lise Gast gefällt: Ihre Heldinnen sind nicht perfekt. Alle Hauptcharaktere sind oft eigensüchtig und eigensinnig, müssen mit sich selbst kämpfen und Probleme überwinden (was aber nie allzu schwierig ist).

Zudem kommen in den Büchern eher Ponys als Pferde vor, da Frau Gast lange selbst einen Ponyhof geführt und meines Wissens auch ein bißchen gezüchtet hat. Doch das stört einen Pferdefanatiker natürlich nicht. Negativ ist vielleicht ein bißchen, das in der Penny-Geschichte eigentlich nur am Rande ein Pferd vorkommt. Davon gibt es übrigens noch einen Folgeband, der in einem anderen Sammelband der Autorin vorzufinden ist.


Fazit: Ich habe dieses Buch als Mädchen sehr geliebt und lese es immer noch sehr gern. Für Pferdeliebhaber ist es, wie auch andere Bücher von Lise Gast, sehr empfehlenswert.

Samstag, 2. Juli 2016

Colin Dann - Als die Tiere ums Überleben kämpften

Klappentext

Der junge Fuchs und die junge Häsin sind die besten Freunde. Beide gehören zu den Tieren, die vor langer Zeit in den Hirschpark kamen, weil ihr Heimatwald abgeholzt wurde. Seither leben sie friedlich mit den Tieren des Parks zusammen. Das ändert sich aber, als der Alte Hirsch, der Herrscher des Parks, stirbt. Sein junger Nachfolger will alle Macht an sich reißen und die zugewanderten Tiere nicht mehr um sich dulden. Da überfällt ein Rattenheer den Park. Nun müssen alle Tiere gemeinsam um ihren Lebensraum kämpfen.


Meine Meinung

Der Orkan

Der weise alte Hirsch stirbt, als er aus dem Fluss trinkt. Bald stellt sich heraus: Der Fluss wurde von menschlichem Abfall vergiftet und es müssen weitere Tiere ihr Leben lassen. Das gestaltet sich umso komplizierter, da es sonst nur einen Teich als Wasserquelle gibt und der agressive Nachfolger des Hirsches niemanden außer seinem Rudel daraus trinken lassen will. In einer weiteren Handlung verlässt der Waldkauz den Park, um sich eine Gefährtin zu suchen und kehrt zur Heimat der Tiere, dem Farthing-Wald zurück. Doch dort sind nur noch Häuser zu finden, nur ein einziger großer Baum ist übrig geblieben. Am Ende ist es ein Orkan, der alle Problem löst, aber natürlich auch gleichzeitig viel Chaos hinterlässt.

Kampf um den Park

Der Waldkauz ist mit seiner neuen Gefährtin wieder zurück im Park und auch der agressive Hirsch Dreier stellt keine Gefahr mehr da. Dafür treten neue Probleme auf. Immer mehr Ratten kommen in das Naturschutzgebiet und viele Tiere verschwinden.


Das ist nun der letzte Teil der Bücher um den Farthing-Wald und den Weißhirschpark und das stimmt mich traurig, da ich die wundervollen Charaktere jetzt ziehen lassen muss. Doch es wird auf jeden Fall ein Wiedersehen geben, da ich diese Bücher mit Sicherheit noch mehrmals lesen werde.

Im ersten Teil sind es wieder die Menschen, die die größten Probleme verursachen. Nicht nur wird der Fluss so stark verschmutzt, das viele Tiere sterben, auch der Waldkauz macht negative Erfahrungen. Zuerst muss er sehen, was aus seiner alten Heimat geworden ist und dann gerät er in noch flüssigen Beton und verklebt seine Flügel so stark, das er sich nicht mehr rühren kann. Erst durch den Orkan wird er zu Boden geschleudert, so dass der Beton sich löst, bis dahin wird er durch seine Gefährtin Distel am Leben gehalten. Diese finde ich nicht allzu sympathisch, da sie den alten Kauz am Anfang sehr zum Narren hält (indem sie ihn glauben lässt, das er einen Rivalen hat) und danach sehr bestimmend ist und ihren Gefährten unter der Fuchtel hat.

Die Geschichte um das Hirschrudel ist sehr spannend, da man zum ersten Mal mehr darüber liest. Schließlich ist es dem Rudel zu verdanken, das es den Park überhaupt gibt. Dreier ist natürlich kein allzu sympathischer Charakter, aber dennoch nachvollziehbar. Genau so läuft es ja auch in der Natur ab, das in solchen Rudeln das stärkste und aggressivste Männchen die Oberhand gewinnt. Und abgesehen vom Wasser macht Dreier meiner Meinung nach auch nicht soooo viel Ärger. Wie sich dieses Problem löst, möchte ich natürlich nicht preisgeben.

Im zweiten Teil kommen die Ratten, die in der Serie allerdings viel intensiver behandelt werden. Leider wird aber auch hier der Gefährte der Kreuzotter getötet und man kann nicht anders, als großes Mitleid mit ihr zu haben. Die Kreuzotter ist generell eins der Charaktere, die einem am besten in Erinnerung bleiben aufgrund ihres Sarkasmus und ihres schwarzen Humors. Das Geheimnis um die verschwundenen Tiere löst sich recht bald auf: Es wurde ein zweiter Naturschutzpark eröffnet, da sich die Tiere sehr stark vermehrt haben. Doch auch dieses Problem löst sich in Wohlgefallen auf.


Abschließendes Fazit: Ich kann diese Bücher wirklich uneingeschränkt jedem empfehlen, der Tiere mag. Abgesehen von der Handlung um die Raubkatze im vorigen Buch ist jedes einzelne Buch spannend und interessant zu lesen. Man kann nicht anders, als die Charaktere lieb zu gewinnen und mit ihnen mitzufiebern. In diesem Blog geht es zwar um Bücher, aber auch die Serie kann ich empfehlen, da sie sehr liebevoll gemacht worden ist. Die Charaktere und die Handlung weichen aber manchmal etwas ab, man darf keine 1:1 Kopie erwarten. Ich werde sicher noch lange über die Tiere aus dem Farthing Wald nachdenken und wie schon erwähnt, das eine oder andere Mal zu ihnen zurückkommen. Und ich denke, das wird sich jedes Mal so anfühlen, als würde man alte Freunde wiedersehen.

Sonntag, 26. Juni 2016

Colin Dann - Wie die Tiere das Fürchten lernten

Klappentext

Von den Tieren, die im Hirschpark eine neue Heimat gefunden haben, sind nur noch wenige am Leben. Auch der junge Fuchs, genannt der Kühne, der aus der Enge des Hirschparks ausgebrochen ist, kehrt nicht mehr zurück. Inzwischen bevölkern die Nachkommen den Park, und auch ihnen drohen Gefahren. Ein unbekannter Angreifer hält sich im Hirschpark versteckt. Immer wieder wird ein Tier tot aufgefunden. Alle haben Angst und sind ratlos. Erst nach und nach entdecken die Tiere Spuren, die auf den Unbekannten hinweisen: Abdrücke riesiger Pranken, funkelnde Augen, die aus dem Unterholz starren...


Meine Meinung

Jagd auf den Schatten

Diesmal geht es im ersten Teil um den Kühnen, den Sohn des Farthing-Fuchses. Dieser hat den Park verlassen und versucht allein zu überleben. Zunächst ist es für ihn kein Problem. Doch bald trifft er auf den Menschen, wird schwer verletzt und kann nicht mehr jagen. Er beschließt, in der Stadt nach Futter zu suchen und trifft dort eine junge Füchsin.

Der Unbekannte

Unheimliches geht im Park vor sich, Tiere verschwinden und es tauchen riesige Spuren auf. Jetzt treffen wir auf den Gegner, der im Klappentext beschrieben wird. Eine riesige Raubkatze, die sich nicht bekämpfen und nicht verjagen lässt.


Die Geschichte um den Kühnen liest sich irgendwie sehr traurig. Wir erleben zuerst einen jungen kraftstrotzenden Fuchs, der voll motiviert durch die Welt zieht. Mühelos erjagt er sich sein Fressen. Leider erbeutet er dabei vor allem Fasane und das fällt den Jägern in der Gegend auf, die dem Fuchs den Krieg ansagen. Zuerst verletzt er sich ein Auge, als er einem in der Falle sitzenden Dachs befreit, anschließend wird er angeschossen und ein Bein schwer verletzt, wovon er sich auch nicht mehr erholt.

Aus dem kraftvollen Fuchs wird jetzt ein gebrochenes Tier, das sich in seiner Not nicht anders zu helfen weiß, als die Mülltonnen derjenigen auf Futter zu untersuchen, die ihn so schwer verletzt haben. Dabei trifft er auf eine junge Artgenossin namens Feder, die seine Gefährtin wird und bald von ihm Jungen erwartet. Doch sie will, das diese in der Sicherheit des Hirschparks geboren werden und so führt der Kühne sie zurück in seine Heimat, in die er eigentlich nicht mehr zurückkehren wollte, erliegt aber danach sehr schnell seinen Verletzungen.

Wie schon in der Serie ist mir Feder hier auch sehr unsympathisch. Denn es wird schnell klar, das sie den Kühnen nur als Gefährten nimmt, weil dieser vom berühmten Farthing-Fuchs abstammt. Und auch, das sie ihn zwingt, mit dem verletzten Bein die weite Reise auf sich zu nehmen, finde ich nicht besonders nett.

Den zweiten Teil finde ich leider sehr unlogisch. Colin Dann stammt aus England und allein schon aufgrund der beschriebenen Tierarten (Füchse, Dachse usw.) gehe ich davon aus, dass die Handlung sich ebenfalls in England abspielt. Wo hier auf einmal eine Raubkatze herkommt, erschließt sich mir nicht. Es wäre noch verständlich gewesen, wenn diese aus einem Zoo ausgebrochen wäre. Doch es wird so beschrieben, das es schon immer diese Katzen gab und sie niemals vom Menschen entdeckt worden sind.

Doch abgesehen davon ist die Katze ein sehr geheimnisvoller, gefährlicher und interessanter Gegner. Man spürt die Angst der Tiere, als immer mehr von ihnen verschwinden und als sie die riesigen Spuren entdecken. Nur die Kreuzotter scheint zu wissen, wer der Gegner ist, aber sie hält sich verschlossen. Hier hätte ich gerne gelesen, woher sie das weiß, aber das wird nicht näher beschrieben. Dafür dürfen wir miterleben, wie sie ihren sehr sympathischen Gefährten findet, die männliche Kreuzotter, die in der Serie Schlängler heißt. Die Handlung um die Raubkatze an sich kommt aber in der Serie (meiner Erinnerung nach) nicht vor und wie dieser Kampf ausgeht, müsst ihr natürlich selber in Erfahrung bringen...

Fazit: Der erste Teil macht einen traurig und wütend zugleich, man hat großes Mitleid mit dem Kühnen. Leider ist die Handlung auch sehr authentisch, denn angeschossene und verletzte Tiere kommen jeden Tag vor. Feder kann bei mir leider keine Sympathiepunkte ergattern, sie ist einfach zu sehr auf ihren eigenen Vorteil bedacht und scheint keinen einzigen Gedanken an das Wohlergehen ihres Gefährten zu verschwenden. Der Teil mit der Raubkatze ist einfach total unlogisch, darüber konnte ich nicht hinweg sehen. Auch wenn wir die altbekannten Charaktere wie den Fuchs und die Kreuzotter wiedersehen und diese wie immer überzeugen können. Deshalb finde ich das Buch leider nicht ganz so gut wie seine Vorgänger.

Colin Dann - Was die Tiere im Park erlebten

Klappentext

Winter im Hirschpark

Der Dachs ist verschwunden. Kälte und Hunger haben ihn in die Nähe der Menschen getrieben. Immer mehr Opfer fordert der strenge Winter. Die Tiere organisieren einen Notplan, um den sicheren Tod im winterlichen Hirschpark zu verhindern.

Fuchskrieg

Endlich ist es Frühling geworden im Hirschpark, und der Kampf gegen Schnee und Kälte hat ein Ende. Doch schon lauert eine neue Gefahr für die Tiere. Der Narbige, ein Fuchs aus dem Park, verteidigt sein Revier und will die Neuankömmlinge mit allen Mitteln vertreiben. Als sich die Lage zuspitzt, kommt es zum Kampf zwischen dem Narbigen und dem Fuchs aus dem Farthing-Wald.


Meine Meinung

Die Bücher von Colin Dann sind entweder als Einzelbände oder als Doppelband erhältlich. Dieses Mal habe ich die beiden Teile einzeln, aber ich werde es trotzdem als ein Buch rezensieren.

Winter im Hirschpark

Die Tiere erleben ihren ersten Winter im Hirschpark. Während einige (wie zum Beispiel die Kröte) die harte Zeit verschlafen, müssen die meisten anderen um ihr Leben kämpfen. Denn es ist ein sehr kalter Winter und das Futter wird rar. Der Dachs erleidet einen Unfall und bricht sich das Bein, deshalb wird er vom Wildhüter versorgt. Hier finde ich den Klappentext etwas irreführend, denn er sucht ja nicht die Nähe, sondern wird gefunden und gesund gepflegt. Erst als er wieder in die Freiheit entlassen wird und sieht, wie seine Freunde hungern, möchte er das sie ebenfalls von dem tierliebendem Mann gefüttert werden. Diese lassen sich aber nicht darauf ein und als der Dachs allein zurück geht, wird er nicht mehr ins Haus gelassen...

Als der Winter nachlässt, wartet leider schon das nächste Problem. Der Wildhüter muss ins Krankenhaus und lässt den Park allein zurück, was Wilddiebe sofort ausnutzen. Diese haben es vor allem auf die weißen Hirsche abgesehen. Doch dank der Schläue des Fuchses können diese nach einiger Zeit vertrieben werden.

Fuchskrieg

Es ist wieder Frühling und die Tiere erwarten Nachwuchs. Vor allem die beiden Füchse, die bald vier Junge bekommen. Das stößt dem Narbigen sauer auf, er fühlt sich in seiner Stellung bedroht und fängt bald einen Krieg an. Nachdem er nicht einmal davor zurück schreckt, eines der hilflosen Jungen zu töten, muss der Fuchs handeln. Doch erst die Kreuzotter kann den Frieden wieder zurückbringen.


Auch dieses Buch hat mir wieder sehr gut gefallen. Im ersten Teil erlebt vor allem der Dachs eine tiefgehende Charakterisierung. Es ist spannend zu lesen, wie er sich nach und nach an das bequeme Leben bei dem Wildhüter gewöhnt und sich mit dessen Katze anfreundet. Dann die Verlegenheit, als er wohlgenährt zurück kommt und seine abgemagerten Freunde sieht. Und schließlich die Enttäuschung, als er feststellen muss, das die Tür des Menschen sich für ihn endgültig geschlossen hat.

Auch der Überlebenskampf der anderen Tiere ist gut beschrieben, die harte Futtersuche und anschließend die Angst vor den Wilderern. Natürlich kann man nicht anders, als triumphierend zu lächeln, als diese vertrieben werden.

Im zweiten Teil stehen die Füchse im Vordergrund. Die Jungen werden sehr liebevoll beschrieben und ihre verschiedenen Charaktere festgelegt. Die Namen sind aber etwas anders als in der Serie: der Kühne, der Friedfertige, die Schöne und die Träumerin. Leider wird letztere sehr bald vom Narbigen getötet. Im weiterem Verlauf lernen wir am besten den Kühnen kennen, der sich am Ende des Buches aus dem Park verabschiedet, um allein die Welt kennen zu lernen und zu erobern.

Doch am besten hat mir die Kreuzotter gefallen. Im ersten Teil liest man wenig von ihr, das sie im Winterschlaf ist. Doch dafür kann sie beim Krieg der Füchse auftrumpfen. Der Fuchs kommt bald auf die Idee, ihre Giftzähne gegen den Feind einzusetzen. Wie die Kreuzotter das durchführt, müsst ihr allerdings selber lesen.

Fazit: Wieder ein sehr schönes lesenswertes Buch für alle Tierfreunde. Auch wenn es mich wegen der Wilderer wieder etwas aufgeregt hat. Die Charaktere sind sehr liebevoll beschrieben, auch der böse Narbige, dessen Eifersucht auf den klugen Farthing-Fuchs man gut herauslesen kann.

Sonntag, 19. Juni 2016

Colin Dann - Als die Tiere den Wald verließen

Klappentext

Die Tiere aus dem »Farthing-Wald« sind zurück! Bäume werden gefällt, der Teich wird zugeschüttet und das Trinkwasser wird knapp: Die Tiere des Farthing-Waldes müssen ihre Heimat so schnell wie möglich verlassen. Unter der Leitung des klugen Fuchses schließen sie sich zusammen, um gemeinsam in das Naturschutzgebiet »Hirschpark« zu ziehen. Mit Mut und Zusammenhalt begegnen sie den vielen Gefahren ihrer Reise. Doch plötzlich geht ihr Anführer verloren… Werden die Tiere den »Hirschpark« dennoch erreichen?


Meine Meinung

Hier setzt die Handlung ein, wie wir sie aus der Serie kennen. Seit "Wo die Tiere zu Hause waren" sind etwa 5 Jahre vergangen, ein Großteil des Waldes ist bereits verbaut worden und nun haben die Tiere auch kein Wasser mehr und wissen nicht mehr weiter. Wie auch die folgenden Bände besteht dieses Buch aus zwei Teilen.


Die Flucht

Die Tiere versammeln sich und versuchen, eine Lösung zu finden. Während dieser Versammlung kommt die Kröte zurück, die seit langem nicht mehr gesehen wurde. Sie wurde von Menschen eingefangen (Diese Beschreibung sollte jeder mal lesen, der es toll findet, Frösche und Kröten in Gläsern einzufangen, damit er sich bewusst wird, wie das Tier darunter leidet), konnte aber entkommen und traf zufällig auf ein großes Naturschutzgebiet, den Weißhirschpark.

Für die Tiere des Farthing-Waldes klingt das wie ein Traum. Auch wenn es ein weiter Weg ist, beschließen sie dorthin zu reisen und jeder muss einen Schwur ablegen, das sie sich gegenseitig kein Leid antun. Sie löschen zunächst einmal ihren Durst an einem Swimming-Pool und werden dabei fast entdeckt. In der Folge müssen sie mit Straßen, einem Feuer, einem wütenden Bauern nebst Hund und einem großem Fluss kämpfen.

Reise zum Hirschpark

Die Überquerung des Flusses hat dazu geführt, das die Tiere getrennt worden sind. Ihr Anführer, der kluge Fuchs, muss sich alleine durchschlagen, trifft dabei eine Gefährtin und versucht die Gruppe wieder zu finden. Dabei werden sie fast durch eine Jagd getötet, können aber dank der Kreuzotter entkommen. Bis die Tiere schließlich endgültig ihr Ziel erreichen, müssen sie noch einige Hindernisse überwinden, wie zB eine Autobahn.


Was soll ich noch groß dazu sagen? Ich liebe dieses Buch einfach, wie ich auch immer die Serie geliebt habe. Allerdings muss ich dazu sagen, das die Charaktere etwas anders sind. Das Wiesel ist beispielsweise nicht der Spaßvogel wie in der Serie. Dennoch ist es absolut empfehlenswert.

Dabei wird einem auch sehr eindrucksvoll vor Augen geführt, welchen Gefahren die Tiere weltweit durch den Menschen ausgesetzt sind. Vor allem natürlich die Straßen, die auch in dem Buch einige Opfer fordern. Man fiebert richtig mit und manchmal bleibt einem regelrecht das Herz stehen, wenn zum Beispiel die beiden Füchse fast getötet werden. Und natürlich freut man sich mit den Tieren, als diese endlich ihr Ziel, den Weißhirschpark, erreichen.

Der Fuchs, der Dachs, der Maulwurf, die Kreuzotter.... Alles wunderbare sympathische Charaktere, die einem ans Herz wachsen. Ich kann es kaum erwarten zu lesen, wie es mit ihnen weitergeht und fürchte mich fast davor, wenn ich alle Bände fertig habe und sie zurücklassen muss.

Samstag, 18. Juni 2016

Colin Dann - Wo die Tiere zu Hause waren

Klappentext

Im Teich gibt es nicht mehr genug Futter für die Otterfamilien. Deshalb beginnen sie im Wald zu jagen und den anderen Tieren ihre Beute wegzufressen. Das wollen die Füchse nicht hinnehmen. Sie berufen eine Versammlung der Tiere ein, um etwas gegen die Otterplage zu unternehmen. Weiser Igel warnt sie: Solange die seltenen Fischotter hier im Wald leben, kann er nicht zum Bauland erklärt werden. Doch die Tiere achten nicht auf seine Worte. In der Nacht stürzen sie sich auf die Otter und verjagen sie für immer aus ihrem Revier. Und das bleibt nicht ohne Folgen!


Meine Meinung

Ich glaube, es kennen wohl viele die alte Zeichentrickserie "Als die Tiere den Wald verließen". Dieses Buch ist quasi die Vorgeschichte und erklärt, wie der Farthing-Wald (in der Serie Thaler-Wald) zum Baugebiet wurde, was in späterer Folge zum Auszug der Tiere führte.

Der Klappentext beschreibt die Handlung bereits mehr oder weniger. Im Wald leben seltene Fischotter, die aber den anderen Tieren das Futter wegschnappen. Diese sind sehr unsympathisch beschrieben, nur auf ihren eigenen Vorteil aus. Während die anderen Tiere um ihr Überleben kämpfen, spielen die Fischotter nur herum und verspotten sie. Bis es ihnen (vor allem den Füchsen) zuviel wird und es zum Blutvergießen kommt. Nur einige Otter können entkommen, werden aber der Reihe nach ebenfalls zum Opfer der Umstände (einer wird beispielsweise von einem Zug überfahren).

Der Teich wird offenbar regelmäßig von einigen Naturschützern beobachtet, die das Verschwinden der Otter bald bemerken und versuchen, diese zurück zu bringen. Natürlich scheitern sie dabei und bald danach bemerken die Tiere andere Menschen mit einem seltsamen gierigen Blick, die das Gebiet vermessen und mit den Bauarbeiten beginnen. Leider fordern diese auch schnell die ersten Opfer.

Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Ich habe die Serie immer geliebt und mir damals auch das Buch dazu gekauft. Das es mehrere Bücher gab, wusste ich lange Zeit gar nicht. Mittlerweile habe ich auch die Restbände besorgt (welche ich natürlich noch lesen und rezensieren werde).

Wie schon erwähnt, die Otter werden sehr unsympathisch beschrieben und es tut einem auch nicht wirklich leid, als sie getötet werden. Dafür leidet man umso mehr mit den anderen Tieren mit, die zuerst am Futtermangel leiden und anschließend versuchen müssen, mit der neuen Situation fertig zu werden. Im Zuge dessen findet auch die erste Versammlung statt und es wird auch zum ersten Mal der Schwur zum gegenseitigen Schutz erwähnt, der in den folgenden Büchern noch sehr wichtig werden wird. Und welche eine Ironie, das der Farthing-Wald offenbar zuerst ein Naturschutzgebiet war, bevor die Otter vernichtet wurden und in Folge die Tiere wieder zu einem anderen Naturschutzgebiet ziehen müssen.

Mich persönlich macht das Buch natürlich auch sehr wütend. Denn es wird sehr anschaulich gezeigt, wie der Mensch sich breit macht und anderen Lebewesen den Platz stiehlt oder sie sogar tötet. Dafür braucht man auch keinen Roman zu lesen, es ist leider die bittere Realität und ich stelle mir immer wieder die Frage, ob es nicht auch anders gehen könnte.


Nachtrag: Ich lese immer noch an der Anthologie "Königin im Exil". Leider brauche ich dafür relativ lange und schaffe es auch nicht, es am Stück zu lesen, weil es sich teilweise doch recht zieht. Deshalb werde ich jetzt erst mal die restlichen Bücher zum Farthing-Wald besprechen und anschließend die Anthologie beenden.